<%@LANGUAGE="JAVASCRIPT" CODEPAGE="1252"%> Spielen mit Kindern: pädagogischer Hintergrund
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Die Lebenssituation von Kindern

Kindheit hat sich seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stark verändert. Traditionelle Lebensformen lösen sich auf und es entstehen zunehmend neue Formen bzw. Stile von Gemeinschaften und Lebensführungen.

 

Individualisierung

Immer weniger Kinder wachsen in der klassischen Form der Familie mit Geschwistern auf. Einzelkinder, Kinder berufstätiger und / oder alleinerziehender Eltern erleben vermehrt ihren Alltag in Institutionen wie Schule, Hort, Kunstschule oder Sportverein. Viele Kinder führen bereits im Grundschulalter einen Terminkalender. Andere bleiben am Nachmittag sich selbst überlassen, da die Eltern keine Zeit haben und das Interesse, die Wertschätzung oder einfach das Geld fehlt, um an Bildungs- oder Freizeitangeboten teilzunehmen. Diese Kinder verbringen ihre Zeit auf der Straße oder auch im gut ausgestatteten Kinderzimmer. Gleichzeitig werden Kinder durch nicht zu betretende Park- und Rasenflächen, den Straßenverkehr, Parkplätze, usw. von öffentlichen Plätzen verdrängt.

Diese Entwicklungen haben vielfach zur Folge, dass es Kindern an denen von ihnen benötigten Sicherheiten und Orientierungen fehlt. Ihnen wird sehr früh ein hohes Maß an Verantwortung abverlangt, damit die Organisation des „Familien“-Alltags reibungslos abläuft.

Diese Institutionalisierung auf der einen Seite und die Verdrängung von öffentlichen Plätzen auf der anderen führt dazu, dass Kinder immer weniger frei wählbare Spiel- und Bewegungsflächen haben. Somit verfügen sie auch über weniger Möglichkeiten, Ideen, Fantasien oder Konflikte in altersgemischten Gruppen ohne die Regulierung durch Erwachsene auszuleben.

 

Verinselung von Lebensräumen

Gleichzeitig werden die Kinder durch diese Verinselung von Lebensräumen mit Lern- und Erfahrungsorten konfrontiert, die nicht in einem ganzheitlichen Zusammenhang stehen.

Diese Entwicklung, den Lebensraum nicht mehr in einem Sinnzusammenhang zu erfahren, sondern über unzusammenhängende Wissensfragmente zu verfügen, wird durch Medien verstärkt. Erfahrungen werden nicht mehr direkt vor Ort, sondern aus zweiter Hand gewonnen.

 

Engagement für Kinderinteressen

Mit seiner Arbeit geht der Verein „Spielen mit Kindern“ auf die Veränderungen in der Lebenswelt der Kinder ein. Durch unsere Angebote und Aktionen und die Teilnahme an entsprechenden Gremien engagieren wir uns für Kinderinteressen und verschaffen Kindern u.a. durch Partzipationsprojekte eine Öffentlichkeit. Durch Spielmobileinsätze und Stadtteilerkundungen gewinnen wir mit den Kindern Spiel- und Erfahrungsräume zurück. In den verschiedenen Arbeitsbereichen ermöglichen wir Primärerfahrungen und stellen u.a. durch Sozialraumorientierung und Netzwerkarbeit Sinnzusammenhänge her.

Ein wesentliches Ziel unserer Arbeit ist es, Kindern Möglichkeiten zu bieten, Selbstbestimmung in sozialer Verantwortung ausprobieren und erlernen zu können. In dieser Kompetenz sehen wir eine Schlüsselqualifikation, um in unserer offenen Gesellschaft nicht in der Vielzahl von Möglichkeiten die Orientierung zu verlieren. Denn um Entscheidungen treffen und Beziehungen gestalten zu können, bedarf es der Fähigkeit, selbstbestimmt zu handeln und sich hierbei der eigenen sozialen Verantwortung bewusst zu sein.

Wer mehr über die Lebenswelt der Kinder und die Konsequenzen für die pädagogische Arbeit bei „Spielen mit Kindern“ wissen möchte, dem sei die Lektüre „Bielefelder Texte zu Kinderkulturarbeit, Heft 9“ empfohlen. Dieses setzt sich explizit mit der Arbeit des Vereins vor dem geschilderten Hintergrund auseinander.

 

Publikationen:

"BieleWelt - der Bielefelder Kinderstadtplan im Internet von Kindern für Kinder" - ein medienpädagogisches Partizipations-projekt der Vereine "Bielefelder Jugendring" und "Spielen mit Kindern", Bielefeld 2006, 8 €

„Von der Camera Obscura über's Zeichenbrett zum Internet - eine Reise durch die Geschichte der Medien“, Bielefeld 2004, 10 €

„Ich bau' mir ein Schloss, darin zu wohnen“ – Wohnumfeldverbesserung aus Kindersicht, Bielefeld 2004, 10 €

„Menschenkinder, Wunderwelt – Varietè wie es euch gefällt“ – ein interkulturelles Projekt, Bielefeld 2001, 8 €

„Bielefelder Texte zur Kinderkulturarbeit, Heft 9: Spielen mit Kindern“, Bielefeld 1998, 5 €

„Spielhaus Productions: Wir machen den Bildern Beine“ Dokumentation eines Projektes zur Entwicklung des Films von optischen Spielzeugen bis zum Video, Bielefeld 1997, 8 €

„Aus unserer Sicht: Kinderaugen sehen Bielefeld“ Fotografische Stadtteilerkundung an 26 Orten, Bielefeld 1991, 3 €

„Bielefelder Texte zur Kinderkulturarbeit, Heft 8: 10 Jahre Spielen mit Kindern e.V. - Praxis und Theorie der pädagogischen Arbeit mit Kindern“, Bielefeld 1991, 3 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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