Das war der Besuch unserer Gäste aus Japan
Im Oktober 2025 besuchten uns acht Spielpädagogen aus Japan. Sie alle arbeiten auf japanischen Abenteuerspielplätzen und haben sich bei ihrem Besuch in Deutschland Plätze angeschaut und sich über das Thema Kinderrechte & Spiel mit uns unterhalten.
Nachdem sie früh morgens am Düsseldorfer Flughafen gelandet sind, haben wir sie in Empfang genommen und fuhren gemeinsam mit dem Zug nach Bielefeld. Unsere erste Station war das Spielhaus. Bei einer Führung durch das ganze Haus haben wir ganz viel darüber erzählt, was Kinder alles im Spielhaus machen können. Es ging dabei auch darum, wie Kinder mitbestimmen können – zum Beispiel bei unseren Kinderversammlungen. Wir haben auch darüber gesprochen, wie man Kinder spielerisch über ihre Rechte aufklären kann und warum das wichtig ist. Dabei kamen auch unsere Bausteine für Kinderrechte zum Einsatz, die ganz ohne Sprache auskommen.
Apropos Sprache. Fragt Ihr Euch, wie wir uns verständigen konnten mit einer Gruppe aus einem anderen Land? Wir hatten zum Glück eine tolle Dolmetscherin dabei. Ihre Aufgabe bestand darin, alles was gesagt wurde vom Deutschen ins Japanische zu übersetzen und umgekehrt. Das ist eine sehr anstrengende Arbeit und man muss beide Sprachen sehr gut beherrschen.
Am zweiten Tag besuchte die Gruppe die Hochschule. Viele unserer Mitarbeiter haben dort studiert oder sind gerade dabei. Hier haben die Japaner erfahren, wie man eigentlich Fachkraft für einen Verein wie Spielen mit Kindern werden kann. Auch die Japaner haben von ihrer Arbeit berichtet. Sie finden, dass jedes Kind einen Ort haben sollte, an dem es sich wohlfühlt und an dem es so sein kann wie es sein möchte. So ein Ort wird in Japan „I-Basho“ genannt. Wir finden auch, dass jedes Kind so einen Ort haben sollte. Was meint ihr? Wie muss ein Ort sein, damit sich Kinder dort wohlfühlen?
Am dritten Tag haben die Japaner unseren ASP besucht und gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden eine Spielaktion für 40 Kinder durchgeführt. Einige Stammkinder vom Abenteuerspielplatz haben extra eine Führung vorbereitet und den Gästen den Platz mit ihren Augen gezeigt. Bei einer Schnitzeljagd, die unser Mitarbeiter Christian vorbereitet hatte, konnten alle gemeinsam den Platz erkunden. Die Kinder waren sehr neugierig, zusammen mit den Gästen zu spielen, Buden zu bauen, Origami zu falten und gemeinsam gutes Essen am Feuer (Stockbrot & Dips) zu genießen. Ein Feuer und gemeinsames Spiel verbindet. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass man von ganz unterschiedlichen Orten auf der Welt kommt.



Nachdem die Kinder gegangen waren, hat sich die Gruppe in der gemeinsamen Reflexion noch mit den Mitarbeitern des Platzes unterhalten. Sie haben über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Arbeit gesprochen. Eine der Fragen war, wie eigentlich die Regeln für einen Abenteuerspielplatz zusammen mit den Kindern zustande kommen und wie damit umgegangen wird, wenn diese nicht eingehalten werden.
Am vierten Tag besuchten wir mit den Gästen die Wissenswerkstadt. Hier gibt es viele spannende Dinge zu entdecken. Hier trafen wir auch auf Mitglieder des KiJuRates der Stadt Bielefeld. Im KiJuRat sitzen Kinder und Jugendliche, die sich für die Interessen junger Menschen in Bielefeld einsetzen und aufpassen, dass diese auch von Erwachsenen gehört werden. Nachdem wir uns über die Aufgaben und die Funktionsweise vom KiJuRat unterhalten haben, gingen noch alle gemeinsam Ramen essen. Ramen ist eine beliebte Nudelsuppe in Japan, die auch in Deutschland mittlerweile immer beliebter wird.
Fragt Ihr Euch eigentlich, wo die Gäste übernachtet haben? Sie haben bei Leuten aus Bielefeld geschlafen, die der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bielefeld angehören. Dieser Verein setzt sich für den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Japan ein. Außerdem bringt er Japaner und Deutsche zusammen, die in Bielefeld leben. Dass die Gäste bei Personen zu Hause übernachten konnten war für alle etwas ganz Besonderes und so konnten neue Freundschaften entstehen.
Dann hieß es aber leider auch schon Abschied nehmen. Die Gastgeber haben die Gruppe noch zum Bahnhof begleitet. Dort sind sie in den Zug nach Chemnitz gestiegen, wo sie noch ein weiteres Programm erwartete. In Bielefeld hatten alle eine richtig gute Zeit und wir werden in Kontakt bleiben und uns hoffentlich bald wiedersehen.

